Für mehr Grün und weniger Autos in der Altstadt
Unser Amtsblatt-Artikel
Unser Amtsblatt-Artikel
Die Stadtverwaltung hat ihr Mobilitätskonzept für die Altstadt vorgestellt. Es sieht
etwas weniger Autoparkplätze, kleinere Temporeduzierungen und einige zusätzliche
Fahrradabstellplätze vor. Es bewegt sich also etwas – aber viel zu wenig und viel zu
zögerlich. Statt lediglich kosmetischer Korrekturen fordern wir einen großen Wurf: Es
ist jetzt endlich Zeit für mehr Grün und weniger Autos in unserer Altstadt:
Wir wollen, dass die Zufahrt in die Altstadt für den PKWs nur noch für Anwohnende
und den Lieferverkehr möglich ist. Im Übrigen soll das von Lederstraße, Karlstraße
und Gartenstraße umschlossene Gebiet autofrei sein. Insbesondere für die Kanzlei-
und die Metzgerstraße wird das deutlichen mehr Aufenthaltsqualität mit sich bringen.
Wir wollen die Parkplätze deutlich reduzieren. Es soll weiterhin Platz für die Autos
von Anwohnenden geben, Blechwüsten wie am Kanzleiplatz müssen aber der
Vergangenheit angehören. Stattdessen brauchen wir mehr Raum für den Fußgänger-
und Radverkehr, für weniger Asphalt und mehr Bäume. Die Erreichbarkeit für Autos
bleibt durch Tiefgaragen und Parkhäuser um die Altstadt herum gesichert.
Wir wollen die Aufenthaltsqualität signifikant steigern. Mehr Attraktivität und mehr
Belebung kommen dem ansässigen Einzelhandel und der Gastronomie zugute. Auch
Wohnen in der Altstadt gewinnt. Das heutige Bild vieler ehemaliger Läden in der
Kanzleistraße ist das beste Beispiel dafür, dass die unmittelbare PKW-Erreichbarkeit
gerade nicht vor Leerstand schützt. Studien und die Praxis in anderen Städten
zeigen dagegen: Fußgänger und Radfahrende erleben ihr nahes Umfeld bewusster
als Autofahrende. Mehr Ruhe, bessere Luft, mehr Grün machen es attraktiver, im
öffentlichen Raum zu verweilen.
Haben wir mehr Mut zur autofreien Altstadt. Reutlingen gewinnt.